AIDA oder Mein Schiff
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AIDA-Kreuzfahrt in den hohen Norden

Reisebericht erstellt von: Frank
Reederei: Aida Cruises | Schiff: AIDAaura
Reisezeitraum: vom 01.01.2008 bis 10.01.2008

Mit AIDA in den hohen Norden

(K)Eine leichte Entscheidung

Eigentlich wollten meine Patentante und ich nur eine kleine Reise zur bestandenen Aufnahmeprüfung machen. Dass daraus gleich eine 10-tägige Kreuzfahrt werden könnte, hätten wir noch einige Wochen vor Beginn gar nicht gedacht. Doch von vorn:
Die Terminkalender meiner mitreisenden Tante und mir könnten unterschiedlicher nicht sein, und so fanden wir trotz großer Bemühungen kaum ein passendes Datum für einen Urlaub. Als Selbständige fand sie dann doch noch relativ spontan ein wenig Zeit, und bei mir hatten gerade die Semesterferien begonnen. Die Entscheidung für eine Reise musste also besonders schnell fallen, und die horrenden Preise für Pauschalurlaube im unteren Mittelklassebereich ließen uns bald verzweifeln. Eher durch Zufall stießen wir dann auf das variable Angebot von AIDA, dem bekannten Kreuzfahrtveranstalter auch für jüngeres Publikum. Meine Tante ist bereits ein wenig kreuzfahrterfahren, für mich hingegen sollte es der erste Urlaub auf See werden. Was uns besonders überzeugte waren die günstigen Last Minute-Tarife und die Möglichkeit, viele Orte ganz ohne Anstrengung entdecken zu können.

Ein wenig skeptisch war ich angesichts der Prospektbilder schon: Feiernde Jugendliche und betont sportlich-legere Kleidung allerorten, also das genaue Kontrastprogramm zu dem, was ich mir gemeinhin unter einer Kreuzfahrt vorgestellt hatte. Laute Partys waren das Letzte, was ich mir für den Urlaub mit meiner Tante wünschte- und so war es eigentlich soagr sie selbst, die die Entscheidung für die Aida-Reise gab: Eine Kollegin hatte ihr die Flotte mit ihren abwechslungsreichen Routen durchaus empfohlen. Zusätzlich entschieden wir uns für die deutlich “ruhigere” Route gen Norden, wo weniger sonnenhungrige Jugendliche als echte Naturliebhaber zu vermuten waren. Ein weiterer Vorteil für uns war der deutsche Abfahrtsort Hamburg- eine komfortable und kurze An- und Abreise sind schließlich der größte Garant für einen entspannten Start in den Urlaub.

Die ersten Schritte an Bord

Nach Hamburg sind es nur gut zwei Stunden mit dem Zug für uns, was die Anreise besonders komfortabel macht. Das An-und Abreisepaket konnte selbst für diese Strecke zugebucht werden, zum Preis von über 200 Euro- die ist natürlich maßlos überteuert und für niemanden, der in Deutschland heimisch ist, rentabel. Nach der Einschiffung am späten Nachmittag machen wir neugierig eine erste Erkundung des gesamten Schiffes.

Zur Information dabei: Das Schiff “AIDA Aura” ist laut Veranstalter das dritte Schiff der Flotte und vermutlich das Erste, das neben Mittelmeerzielen auch Routen nach Skandinavien bedienen sollte (in den Wintermonaten bereist die Aura auch karibisches und amerikanisches Gewässer). Die Ausstattung ist dementsprechend sehr neu und gepflegt, das gesamte Interieur kaum mehr als ein paar Jahre alt. Dennoch hat es der Innenarchitekt unserer Meinung nach geschafft, eine stilvolle und ansprechende Atmosphäre zu schaffen, in der sich jeder Gast sofort wohlfühlt. Die Ausstattungsdetails haben uns bereits beim Lesen im Prospekt beeindruckt- zahlreiche Sport- und Fitnessmöglichkeiten, ein rund 1200 qm großes Wellness-Spa, mehrere Restaurants und ein Theater sollten für Kurzweil sorgen.

Statt Gold und dunklen Hölzern herrschen auf der AIDA Aura mediterrane Leichtigkeit in Orange, Gelb und Blau vor. Meiner mitreisenden Tante gefiel dieses für Kreuzfahrten eher ungewöhnliche Design ausgesprochen gut: Leger, aber trotzdem komfortabel und stilvoll. Ich als Hotelreisende musste mich jedoch erst an die kleinen Kabinen gewöhnen- nicht einmal 14 Quadratmeter für zwei Menschen und zehn Tage, das stellte ich mir anfangs schlimmer vor als es war. Nicht zuletzt deshalb, weil das Schiff mit seinen zwölf Decks tatsächlich enorm viel Raum und Möglichkeiten bietet, sich auch einmal aus dem Weg zu gehen.

Um noch einmal auf die Kabine zurückzukommen: Auf kleinem Raum wurde hier so effizient wie möglich gearbeitet. Ausstattungsmerkmale wie Klimaanlage, Safe, Telefon, Radio und Sat-TV mit vielen Kanälen und zusätzlichem Bordprogramm waren im Zimmer untergebracht. Nicht zu vergessen natürlich die obligatorischen Sicherheitswesten und Hinweise für den Notfall, an den ich aber gar nicht denken konnte- das moderne Schiff gab mir ein rundum sicheres Gefühl. Die Möblierung fiel etwas karger aus als der Rest des Schiffes: Mit einem Teppich und bunten Stoffbehängen wurde versucht, ein wenig mehr Behaglichkeit zu kreieren. Da ich keinen Vergleich zu anderen Schiffen habe, würde ich zumindest die Kabinen der günstigeren Kategorie als zu zweckmäßig und dem Rest des Schiffes nicht ganz angemessen bewerten. Prospektbilder zeigen vornehmlich die Suiten und Balkonkabinen, die größer und vornehmer ausgestattet sind.

Die Reiseroute

In zehn Tagen an alle wichtigen Orte Norwegens reisen, ohne irgendwo zweimal zu sein- dieses Konzept reizte uns bereits vor Reisebuchung sehr. Doch zunächst folgte ein ganzer Tag auf See, der für mich eine absolut neue Erfahrung und traumhaft schön war: Rundum nur Wasser und Sonne, dazu ein ziemlich frischer Wind. Am nächsten Morgen erreichten wir gegen 9 Uhr morgens dann Bergen. Der Name ist im Übrigen Programm: Die Stadt ist idyllisch zwischen mehreren Hügeln gelegen und verfügt sogar über eine Seilbahnstation, die wir auf einem Ausflug erkunden konnten. Die Ausflüge können wie üblich individuell zugebucht werden und sind nicht im Preis enthalten. Da wir uns lieber spontan und Tag für Tag entscheiden wollten, haben wir keine Ausflugspakete mitgebucht.

Pro Tag und Ziel stehen meist gleich mehrere Angebote zur Wahl, die neben der obligatorischen Stadtrundfahrt auch zum Beispiel Kunst und Kulturarrangements enthalten. An dieser ersten Station erkundeten wir die rund 220.000 Einwohner fassende Stadt von “oben”, also vom berühmten Mount Floien mit besagter Seilbahnstation. Später bummelten wir noch selbst durch die Stadt und besichtigten die sehr lohnenswerten traditionsreichen Holzhäuser, die sogenannten “Bryggen”. Sie gehören inzwischen zum UNESCO-Weltkulturebe.

Noch ein paar Worte mehr zu Ausflügen: Wir haben an unserem ersten Landtag gemerkt, dass es durchaus komfortabel sein kann, fertige Pakete zu buchen. Der Erholungsfaktor kann so erheblich gesteigert werden, denn man kann sich ganz entspannt zurücklehnen und muss sich weder mit fremden Sprachen noch mit komplizierten Stadtplänen herumärgern. Meistens haben wir es aber doch genossen, die Standardausflüge links liegen zu lassen und die Umgebung ganz auf eigene Faust zu erkunden.

Nach Bergen standen dann noch Hellesylt und Geiranger (an einem Tag), Molde, Trondheim, Alesund, Eidfjord und Stavanger auf dem Programm. Die gesamte Route war vom nordischen Naturerlebnis bestimmt und unterscheidet sich vermutlich enorm von der Mittelmeerroute, bei der Sonne und Partyspaß im Mittelpunkt stehen. Für uns persönlich waren es vor allem die kleineren Städte und Orte, die diese Reise auszeichneten: Fjorde und Wasserfälle und das einzigartige Grün norwegischer Wiesen sind einfach unbeschreiblich. So haben wir oft nur stundenlange Wanderungen unternommen, wie zum Beispiel im Nationalpark bei Eidfjord, und sind abends mehr als zufrieden in unsere Betten gesunken.

Besonders gut gefallen hat uns auch Molde, ein kleiner, sehr traditioneller Ort, in dem noch großer Wert auf Kirche und Kirchenkunst gelegt wird. Wunderschöne Altäre und Glasbilder in historischem Ambiente!

Essen, Feiern, Freizeit

Eines vorweg: Die AIDA Aura ist bestens ausgestattet auch für Gruppenreisende und jüngere Menschen, die sich den Fahrpreis leisten können. Verschiedene Bars und eine größere Discothek lassen keine Wünsche offen. Das Bordkonzept ist jedoch derart gestaltet, dass man auch hervorragend zum Beispiel mit älteren Verwandten oder Familien reisen kann, ohne vom Partyleben gestört zu werden. Durch die unterschiedlichen Decks kann man die Reise genausogut zurückgezogen und ruhig gestalten.

Überall ist eine (manchmal betont) lässige Atmosphäre zu spüren, die meist sehr angenehm ist: Kaum Kleiderzwänge, Entspannung pur. Das Servicepersonal ist sehr freundlich, aber weniger steif als zum Beispiel in einem First Class-Hotel. Überall wird man herzlich und offen empfangen. Wem dieses Konzept nicht zusagt und wem Gala-Dinner in festlicher Garderobe wichtiger sind, dem sei vielleicht eher eine andere Kreuzfahrt empfohlen. Trotzdem möchte ich herausstellen, dass sowohl meine Tante als auch ich mehr als positiv überrascht waren vom gepflegten Ambiente des Schiffes und der Reise insgesamt. Lässigkeit ist hier nicht gleichzusetzen mit Nachlässigkeit!

Als nur eines von mehreren hervorragenden Beispielen sei hier der Wellnessbereich genannt, der sehr stimmungsvoll eingerichtet ist. Zweimal gönnte ich hier mir eine Massage, die mir beide Male mehr als gut gefallen hat. Anschließend noch in der Sauna relaxen und die Fahrt genießen- nichts könnte näher liegen. Für den Outdoor-Joggingparcours war es mir meist doch zu kalt, und so trainierte ich lieber im gut ausgestatteten Fitnessraum das viele gute Essen wieder ab.

Meine Tante wiederum war besonders häufig in der Bibliothek anzutreffen- zwar hatte man hier nicht alles im Repertoire, aber doch einige Bücher, die sie schon immer einmal lesen wollte und doch nie dazu gekommen war. Besonders angenehm die Tatsache, dass man nicht auf seine kleine Kabine angewiesen ist, sondern auch vor Ort stundenlang lesen kann, wenn man möchte. Das Theater haben wir übrigens trotz festem Vornehmens nicht einmal besucht- die Tage waren einfach zu ausgefüllt, und oft haben wir vor Ort an Land schon einige tolle Museen und Konzertabende mitgenommen.

Zur Verpflegung an Bord gibt es nicht viele Worte zu verlieren- wir fanden die Frühstück- und Abendbüffets einfach klasse. Zur Kleiderordnung habe ich bereits etwas gesagt; wir haben die gehobene Restaurantatmosphäre trotzdem genutzt und uns manche Abende besonders fein herausgeputzt. Der Effekt war enorm: Wir konnten das wirklich mehr als gute Essen noch mehr genießen und fühlten uns plötzlich doch ein wenig wie im First Class-Hotel.

Tipps zur Buchung

Die Reisen mit der AIDA-Flotte werden über alle gängigen Reisebüros und auch im Internet angeboten. Die Tarife sind mitunter jedoch recht kompliziert: Frühbuchertarife, Flexitarife, Premiumbuchungen und so weiter lassen den normalen Reisenden kaum durchblicken. Hier empfiehlt sich doch die Hilfe eines kompetenten Reisebüros, um wirklich nicht mehr zu bezahlen als nötig. Wer zusätzlich sparen möchte, der sollte natürlich eine Innenkabine buchen- was aber, wie oben beschrieben, zugleich auch weniger stilvolle Möblierung bedeuten kann.

Die An- und Abreisepakete zu buchen lohnt sich zumindest für die Norwegenroute überhaupt nicht! Auch die Ausflüge können besser spontan zugebucht werden; man würde sich sonst oft genug über die wunderschönen kostenlosen Freizeitmöglichkeiten vor Ort ärgern.

Fazit: Meine erste Kreuzfahrt wird sicherlich nicht meine letzte sein! Auch wenn Kabinengröße und manche Kleinigkeit erst noch gewöhnungsbedürftig waren, bietet dieses Schiff doch mehr als genügend Raum, sich andernorts zu entspannen oder aktiv zu werden. Und die gut ausgewählten Landgänge sind ohnehin ein Argument für sich!

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