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MSC Musica in Venedig

Venedig: Künstliche Insel inklusive Kreuzfahrtanleger als Lösung für die versinkende Stadt?

Seit einigen Jahren regt sich beständig steigender Wiederstand gegen in Venedig anlaufende Kreuzfahrtschiffe. Der starke Wellenschlag und die Vibrationen der Schiffe sollen ein Grund für das Absinken des Bodens der Stadt sein. Hinzu kommen Emissionen, die die Luft und das Wasser verschmutzen. Ebenso sollen die Fassaden der Häuser dadurch beschädigt werden. Jährlich wird Venedig immerhin von rund 1.700 Kreuzfahrtschiffen angelaufen.

Verbannung für große Schiffe ab November

Ein interministerieller Ausschuss hatte kürzlich in Rom bereits erste Veränderungen für die Lagunenstadt beschloßen. So dürfen mehr als 96.000 Tonnen schwere Kreuzfahrtschiffe nicht mehr in das Stadtzentrum vordringen und die Route nahe dem Markus-Platz verwenden. Für den Guideca-Kanal wurde zudem ein Maximalgewicht von 40.000 Tonnen festgelegt.

Die anlaufenden Kreuzfahrtschiffe sollen der Stadt laut Wirtschaftsprofessor Giuseppe Tattara allerdings etwa 290 Millionen Euro pro Jahr an Einnahmen bescheren. Einnahmen auf die man in der Stadt natürlich nicht verzichten möchte und so wurden die Kreuzfahrtschiffe bisher auch nur in Teilbereichen verbannt.

Künstliche Insel als Lösung?

Die Lösung für das Kreuzfahrt-Problem von Venedig könnte nun die Duferco-Gruppe haben. Sie möchte gleich den ganzen Kreuzfahrt-Verkehr vor die Tore von Venedig und zudem auch aus der Lagune verbannen. Dazu soll eine künstliche Insel entstehen. An dem 940 Meter langem Steg sollen dann bis zu 5 Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig festmachen können. Die Passagiere möchte man dann von hier mit kleineren Schiffen für jeweils 800 Passagiere in die Stadt befördern.

Für die Errichtung der künstlichen Insel und des neuen Terminals veranschlagt man zwei Jahre. Die Kosten sollen laut britischem Telegraph bei 100 Millionen britischen Pfund liegen – umgerechnet etwas über 125 Millionen Euro.

Letztlich wird sich Venedig durch diese Maßnahmen wohl Zeit kaufen können. Die Kreuzfahrtschiffe sind allerdings nicht das einzige Problem der Lagungenstadt. Auch der steigende Meeresspiegel wird langfristig ein immer größer werdendes Problem werden.

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