AIDA oder Mein Schiff

Steigender Ölpreis verteuert Kreuzfahrten

Seit Anfang 2007 ist der Ölpreis um 170 Prozent gestiegen. Verbraucher ärgern sich über hohe Preise an den Tankstellen und der Einzelhandel hat mit dem Kaufkraftentzug bei den Verbrauchern zu kämpfen. Ein weiterer Anstieg des Ölpreises wird erwartet und angesichts der Tatsache, dass Öl ein immer knapper werdendes Gut ist auch langfristig zu erwarten. Auch für die Kreuzfahrtbranche ist der Ölpreisanstieg nicht unproblematisch. Durch ihn verteuern sich Kreuzfahrten und das schmeckt den potentiellen Passagieren natürlich gar nicht. Andere Urlaubsalternativen gewinnen dadurch finanziell an Attraktivität.

Ein Kreuzfahrtschiff kann bis zu 100 Treibstoff Öl pro Tag verbrauchen. Die ersten Börsenanalysten ändern daher ihre Einschätzung zu den Kreuzfahrt-Reedereien. So hat Goldman Sachs „Royal Caribbean Cruises“ von seiner „Überzeugungs Kaufliste“ gestrichen. Als Begründung wird auf die „eskalierenden Spritkosten“ verwiesen. Morgan Stanley hat ebenso seine Bewertung von Royal Caribbean Cruises angepasst und die Einschätzung von „Übergewichten“ auf „Gleichgewichten“ gesenkt. Seit Jahresbeginn ist der Aktienkurs von Royal Caribbean Cruises um 35 Prozent auf 27,23 Dollar gesunken.

Die Kreuzfahrtbranche versucht die gestiegenen Treibstoffkosten durch Treibstoffzuschläge abzufangen. Diese befinden sich zwischen 2,5 und 8 Euro pro Reisetag. Einige Reedereien – so zum Beispiel die Hapag-Lloyd Kreuzfahrten – versuchen hingegen mittlerweile den gestiegenen Ölpreis in die Kalkulation mit einzubeziehen und auf Treibstoffzuschläge zu verzichten. Sollte der Ölpreis weiter steigen, könnte dies dem deutschem und weltweitem Kreuzfahrtboom einen deutlichen Dämpfer verpassen.

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