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MS Deutschland

MS Deutschland: Kurzreisen abgesagt – Weltreise ab 18. Dezember weiter offen

Am 29. Oktober musste die MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragen. Wie angekündigt hat sich die Deilmann-Reederei heute zu den vorliegenden Kreuzfahrtbuchungen der MS Deutschland geäußert. Die Antwort ist allerdings nicht ganz befriedigend.

Kurzkreuzfahrten bis 18. Dezember abgesagt

Die Reederei Peter Deilmann GmbH hat zwei Kurzkreuzfahrten abgesagt. Diese sollten direkt nach dem ursprünglich geplantem Werftaufenthalt im spanischen Cádiz zwischem dem 7. und 12. Dezember und 12. und 18. Dezember stattfinden. Als Grund nennt man die Verzögerung bei den notwendigen Werftarbeiten. Für diese steht aktuell kein Geld zu Verfügung. Auf der Gläubigerversammlung waren nicht genug Stimmen anwesend um über ein hierfür notwendiges Massedarlehen zu entscheiden.

Gäste der Kurzkreuzfahrten werden nun die bereits geleisteten Reise-Zahlungen komplett zurückerstattet. Sie werden auch noch jeweils über die Absage informiert. Die Erstattung des Reisepreises soll 4 Wochen in Anspruch nehmen.

Weltreise weiter offen

Eines der wichtigsten Ziele von Insolvenverwalter Schmid-Sperber war und ist es wohl auch noch die Weltreise zu ermöglichen. Er äußerte sich hierzu wie folgt:

Dies ist in der Kürze der Zeit eine Herausforderung. Schweren Herzens haben wir uns nun entschlossen, die zwei vor der Weltreise geplanten Kurztouren abzusagen. Wir gehen davon aus, in dieser Zeit die Verzögerungen bei den Werftarbeiten aufholen zu können, sollten die laufenden Gespräche mit Investoren zum Erfolg führen.

Für Passagiere der Weltreise bleibt also nur zu hoffen, dass sich jetzt sehr kurzfristig eine Einigung mit einem Investor findet. Interessenten an der MS Deutschland soll es reichlich geben – Insolvenzverwalter Schmidt-Sperber vermeldete gestern 15-Kauf-Interessenten für das Schiff.

In den kommenden Tagen sollen die Gespräche mit potenziellen Investoren fortgesetzt werden. Dabei hält man weiterhin daran fest, die am 18. Dezember startende Weltreise möglichst durchführen zu können. Reisende werden sich hier allerdings noch ein wenig in Geduld üben müssen. Für den Abend des 26. Novembers erwartet man bei Deilmann nun „voraussichtlich“ eine endgültige Entscheidung.

Update: MS Deutschland liegt jetzt vor Gibraltar

Die MS Deutschland hat im Laufe des Tages den Ankerplatz gewechselt. Nachdem sie heute morgen noch in der Bucht von Gibraltar lag, liegt die Deutschland nun vor der Küste Gibraltars. (Der Kurs zum neuem Ankerplatz kann auf marinetraffic eingesehen werden.) Das ist ein durchaus wesentlicher Unterschied. Damit liegt das Schiff nicht mehr in spanischen Hoheitsgewässern und ist für Gläubiger erst einmal nicht direkt zu packen. Neben 50 Millionen Euro bei den Anleihegläubigern sind noch etwa weitere 6 Millionen Euro Schulden vorhanden. Das Schiff wird wohl bestenfalls noch 15 Millionen Euro einbringen. Wenn da nun ein Gläubiger vorpreschen würde um sich noch etwas Geld zu sichern, könnte dies einen geregelten Verkauf mit „Maximalerlös“ durchaus behindern.

Dramatische Änderungen hat der neue Ankerplatz auf das Endergebnis erst einmal nicht. Das Schiff wird verkauft und die Gläubiger von dem Erlös soweit möglich befriedigt. Nun haben die Gläubiger aber wohl weniger Einfluss auf die Geschwindigkeit des Verkaufsprozesses. Wie sich dies auf die Zukunft der MS Deutschland auf dem deutschem Markt und unter diesem Namen auswirkt, steht derzeit allerdings in den Sternen. Sollte sich bis zum 26. November keine Einigung mit einem Käufer finden, dürfte die MS Deutschland ohnehin längere Zeit keine Passagiere an Bord sehen. Bei abgesagter Weltreise würde auch keine Eile bei der Durchführung des Verkaufes mehr bestehen.

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