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MS Deutschland

MS Deutschland – Gläubigerversammlung bestätigt Insolvenzverwalter und wählt Gläubigerausschuss

Nach langem Warten gibt es wieder einmal ein Lebenszeichen von der MS Deutschland. Heute (20. Februar) fanden am Amtsgericht Eutin die Gläubigerversammlungen der Reederei Peter Deilmann GmbH sowie der MS „Deutschland“ Beteiligungs GmbH statt. Der Kieler Rechtsanwalt Reinhold Schmid-Sperber von der Anwaltskanzlei Reimer Rechtsanwälte wurde hier als Insolvenzverwalter bestätigt.

Bereits am 1. Januar war Schmid-Sperber mit der der Eöffnung des Insolvenzverfahrens vom Amtsgericht Eutin als Insolvenzverwalter eingesetzt. Im Gläubigerausschuss der MS „Deutschland“ Beteiligungsgesellschaft befinden sich nun außerdem die Bundesagentur für Arbeit, STU Management Partners GmbH, HMS Hanseatic Marine Services GmbH & Co. KG GmbH, HT Troplast GmbH sowie die Rechtsanwälte Carsten Heise und Dr. Thomas Schmidt. Für die Reederei Peter Deilmann GmbH wurde hingegen kein Gläubigerausschuss gewählt.

Rund 30 Kaufinteressenten

Insolvenzverwalter Schmid-Sperber berichtete in den Gläubigerversammlungen von seinen Tätigkeiten der vergangenen Monate, blickte in die Zukunft und beantwortete Fragen der Gläubiger. Demnach wurde bis heute bereits mit rund 30 Kaufinteressenten über den Verkauf der MS Deutschland verhandelt. Aktuell laufen auch Gespräche mit potenziellen Investoren. Sie haben bereits Teile des Schiffes besichtigt. Für die weitere Finanzierung der laufenden Kosten soll in Kürze ein Massekredit aufgenommen werden. Eine Versteigerung der MS Deutschland ist aktuell nicht geplant.

Prüfung von Regressansprüchen

Ebenfalls gab der Insolvenzverwalter Auskunft über den Stand von rechtlichen Prüfungen in Bezug auf Regressansprüche. Geprüft werden Ansprüche gegenüber ehemaligen Führungskräften der MS „Deutschland“ Beteiligungsgesellschaft als auch gegenüber den früheren Eigentümern Aurelius AG sowie der Callista Private Equity GmbH & Co. KG. Diese Prüfungen sind bisher noch nicht abgeschlossen. Ergebnisse sollen aber demnächst dem Gläubigerausschuss präsentiert werden.

Insolvenzquote noch unklar

Eine seriöse Einschätzung der Insolvenzquote für Forderungen von Gläubigern der MS „Deutschland“ Beteiligungsgesellschaft lässt sich laut Schmid-Sperber aktuell noch nicht vornehmen. Diese hänge im wesentlichem vom Verkaufserlös des Schiffes ab. Schmid-Sperber hält es allerdings für sehr unwahrscheinlich, dass mit dem Verkaufserlös sämtliche Forderungen der Gläubiger befriedigt werden können.

Überhaupt keine Hoffnungen konnte er den Gläubigern der Reederei Peter Deilmann GmbH machen. Ihre Forderungen in einer Höhe von insgesamt rund zwei Millionen Euro werden voraussichtlich nicht bedient werden können.

Einschätzung

Die Zukunft der MS Deutschland wird wohl noch längere Zeit unklar bleiben. Der Massekredit deutet klar daraufhin, dass man auf Zeit spielt um einen möglichst guten Verkaufspreis erzielen zu können. Dazu muss man die Betriebskosten nun natürlich zwischenfinanzieren. Dazu gehören zum Beispiel die Personalkosten, für die an Bord verbliebene Besatzung.

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