AIDA oder Mein Schiff

Lübeck sucht Liegeplatz für Kreuzfahrtschiffe

Nach nur 11 Anläufen von Kreuzfahrtschiffen in 2007, ist die Hansestadt Lübeck auch 2008 nur auf 13 Anläufe gekommen. Hoffnungen macht jedoch das Jahr 2009. Laut Lübecker Hafen-Gesellschaft sind bereits 27 Anläufe sicher und über weitere Anläufe wird verhandelt. So wird die Kreuzfahrtsaison 2009 vom japanischem Kreuzfahrtschiff „Pacific Venus“ eröffnet. Auch die MS Deutschland wird fünfmal in Travemünde anlegen, außerdem werden die Aurora und Costa Mediterranea in Lübeck Station machen. Aber auch mit nur 27 Anläufen hängt man noch weit hinter der Konkurrenz hinterher. Kiel kommt dieses Jahr auf 126 Anläufe und will diese Zahl 2009 sogar bis auf fast 200 Anläufe steigern. Auch Rostock kommt in diesem Jahr auf 115 Anläufe. In Lübeck sieht man ein Potenzial von über 100 Anläufen pro Jahr.

Doch um in der ersten Liga der Kreuzfahrthäfen mitspielen zu können, braucht die Stadt Liegeplätze, die auch für Schiffe mit über 300 Metern Länge geeignet sind. So wurde bereits fieberhaft nach einem entsprechendem Liegeplatz gesucht. Bisher wurden jedoch alle Kandidaten verworfen. Mal bedeutet eine Baumaßnahme einen zu großen städtebaulichen Eingriff, ein anderes Mal wollen sich die Fischer nicht von ihren angestammten Flächen „verjagen“ lassen.

Aktuell ins Gespräch gebracht wurde die „Marina Baltica“ von der Geschäftsführung des Yachthafens. Ihrer Meinung nach, sei der Bau eines Anlegers technisch kein Problem und auch die Wassertiefe sei ausreichend. Allerdings müssten die Liegeplätze für Yachten und Boote verschwinden und Hallen an Land abgerissen werden. Die Geschäftsführung des Yachthafens zeigt sich jedoch zu Gesprächen bereit.

In der Vergangenheit gab es zwischen der Geschäftsführung des Yachthafens und der Stadt jedoch auch schon einige Streitigkeiten. Die Geschaftsführung würde dort gerne ein RoRo-Terminal errichten. Die Stadt lehnt dies jedoch wegen der befürchteten Abgase und der Lärmentwicklung in Hähe der Travemünder Altstadt ab. In einem Kreuzfahrt-Terminal sieht der Lübecker Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel jedoch kein Problem.

Auch wenn man derzeit in Lübeck hauptsächlich auf der Suche nach einem geeignetem Platz für ein Kreuzfahrtterminal ist, so ein Bau wird auch einiges an Geld brauchen. Grob geschätzt etwa 15 bis 20 Millionen Euro.

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