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Insolvenzverfahren über MS „Deutschland“ Beteiligungs GmbH und Reederei Peter Deilmann GmbH ist eröffnet

Das Amtsgericht Eutin hat zum 1. Januar 2015 das Insolvenzverfahren über die Vermögen der MS „Deutschland“ Beteiligungsgesellschaft mbH sowie über die Reederei Peter Deilmann GmbH eröffnet. Der Kieler Rechtsanwalt Reinhold Schmid-Sperber wird nun vom vorläufigem Insolvenzverwalter zum Insolvenzverwalter.

60 Millionen Euro Verbindlichkeiten

Es liegen nun außerdem neue Informationen zur Höhe der Verbindlichkeiten vor. Die MS „Deutschland“ Beteiligungs GmbH sitzt demnach auf Schulden in Höhe von rund 60 Millionen Euro. Die Anzahl der Gläubiger soll hier und 1.500 betragen. Sie werden nun angeschrieben und aufgefordert ihre Forderung beim Insolvenzverwalter anzumelden. Den größten Anteil an den Schulden macht eine 50 Millionen-Anleihe aus.

Die MS Deutschland wird wohl selbst diesen Wert nicht mehr decken können. Mutmaßlich ist das Schiff nicht einmal 20 Millionen Euro Wert. Aber diese Frage wird vor allem durch Angebot und Nachfrage der potentiellen Käufer zu klären sein. Gläubiger dürfen sich aber wohl bereits darauf einstellen nur einen Teil oder auch gar nichts von ihrem Geld zu erhalten. Anleihe-Gläubiger haben hier immerhin noch den Vorteil, dass das Schiff als Sicherheit dient.

Die derzeit bekannten Verbindlichkeiten der Reederei Deilmann betragen rund 2 Millionen Euro.

Gläubigerversammlung

Für die Gläubiger der beiden Gesellschaften wurde eine erste Gläubigerversammlung am 20. Februar 2015 einberufen. Sie wird in den Räumen des Amtsgerichtes Eutin stattfinden.

Arbeitsverhältnisse bleiben bestehen

Die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiter bleiben auch weiterhin bestehen. Die Löhne, Gehälter und Heuer werden wahrscheinlich weiterhin ungekürzt ausgezahlt werden. Dies gilt insbesondere, wenn es zu einem zeitnahem Verkauf der MS Deutschland kommen sollte.

Man darf allerdings auch ein wenig daran zweifeln, dass dies für alle Mitarbeitergruppen gilt. Es dürfte vor allem für die deutsche bzw. europäischen Crewmitglieder der MS Deutschland sowie Deilmann-Mitarbeiter gelten. Teile der asiatischen Besatzungsmitglieder könnten durchaus von Fremdfirmen stammen und damit im Regen stehen. Bestenfalls sind sie bereits auf einem anderem Schiff in Lohn und Brot.

Traumschiff-Zukunft

Es erscheint zweifelhaft, dass die MS Deutschland noch eine Zukunft als ZDF-Traumschiff hat. Hier müsste sich das Blatt durch einen schnellen Verkaufes noch einmal wenden. Alles deutet derzeit aber darauf hin, dass die MS Amadea das neue Traumschiff wird.

Wie geht es weiter?

Es wird vermutlich niemand die MS „Deutschland“ Beteiligungs GmbH und Reederei Peter Deilmann GmbH in ihrem aktuellem Zustand übernehmen wollen. Dazu müssten die Gläubiger erst auf viel Geld verzichten und das würde die Sache sicherlich sehr kompliziert machen. Vermutlich wird im Fall der MS Deutschland das Schiff inklusive Markenrechte verkauft. Auch die Crew wird hier dann wohl übernommen. Verträge sollen bereits kurz vor dem Abschluss stehen.

Auch die 2 Millionen Euro Schulden der Deilmann-Reederei machen Sie nicht grade ein Schnäppchen. Auch hier würde ein Käufer wohl eher nur die Markenrechte und weitere Kleinigkeiten herauskaufen und eventuell dann auch die Mitarbeiter in eine neue Firma übernehmen.

Es bleibt in jedem Fall spannend und eine baldige Lösung muss hier auf jeden Fall her. Allzulange wird man insbesondere die Mitarbeiter nicht mehr hinhalten können.

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