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MSC Musica in Venedig

Gericht: Große Kreuzfahrtschiffe dürfen weiterhin nach Venedig

Ursprünglich sollten große Kreuzfahrtschiffe nicht mehr in Venedig einfahren dürfen. Auf der Route zum Markus-Platz sollten laut einem Verbot keine Schiffe mit über 96.000 BRT fahren dürfen. Den Guidecca-Kanal sollten nur noch maximal fünf Schiffe mit über 40.000 BRT am Tag passieren. Beide Verbote wurden nun vom Verwaltungsgericht von Venetien aufgehoben.

Damit dürfen nun Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg zum Kreuzfahrtterminal wieder sehr nahe an die historischen Plätze von Venedig heranfahren. Allerdings wird erwartet, dass das italienische Verkehrsministerium Einspruch gegen das Urteil einlegt.

Aktuell keine Kreuzfahrtriesen in Venedig

Unabhängig von der aktuellen Eintscheidung werden vorerst aber ohnehin keine Kreuzfahrtriesen in Venedig einfahren. Die Kreuzfahrtreedereien haben sich in ihren Planungen darauf eingestellt nicht einlaufen zu können und so erwartet man in diesem Jahr keine Schiffe über 96.000 BRT. Stattdessen darf man sich in Triest, Genua und Griechenland über vermehrte Anläufe freuen. Venedig fehlen so 200.000 bis 300.000 Kreuzfahrtpassagiere. Jährlich kommen rund zwei Millionen Kreuzfahrttouristen in die Lagunenstadt und sollen 430 Millionen Euro ausgeben.

Alternativen

Gegen das Verbot hatten sich zahlreiche Unternehmen aus dem Tourismus sowie der Betreiber des venezianischen Kreuzfahrt-Terminals VTP ausgesprochen. Die Richter sehen das Routenverbot nicht generell als Problem. Restriktionen für die Routen dürfen aber erst nach der Einrichtung von Alternativrouten eingeführt werden. In Planung ist eine Fahrtrinne durch den Kanal Contorta-Sant’Angelo. Zuvor wäre hier aber eine Ausbaggerung notwendig. Im März soll hierzu das Ergebnis einer Umweltverträglichkeitsprüfung für die Bauarbeiten vorgelegt werden.

Die Lösung durch eine Fahrtrinne durch den Kanal Contorta-Sant’Angelo scheint von der italienischen Regierung angestrebt zu werden. Ein weiterer Alternativplan wurde im vergangenem Jahr von der Duferco-Gruppe ins Gespräch gebracht. Dieser sieht eine künstliche Insel mit Kreuzfahrtterminal vor den Toren von Venedig vor.

Lösung notwendig

In jedem Fall muss eine Lösung gefunden werden. Der Boden der Stadt Venedig sinkt ab. Eine Entwicklung die zum Teil auch auf den starken Wellenschlag und den darauf folgenden Vibrationen zurückzuführen sein soll. Hinzu kommen Emissionen, die die Luft und das Wasser verschmutzen. Durch die Luftverschmutzung werden die Häuserfassaden angegriffen.

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