AIDA oder Mein Schiff
AIDAprima

AIDAprima: Fragen und Antworten zur Verschiebung, Stornierung und Umbuchung

Die erste Aufregung über die erneute Verschiebung der AIDAprima-Fertigstellung hat sich mittlerweile gelegt. Zeit einmal die wichtigsten Fragen zu klären. Die Antworten bieten zum Teil Fakten – zum Teil können aber auch wir hier nur gut informierte Vermutungen anstellen.

Wann wird die AIDAprima fertig?

Hierzu gibt es derzeit keinen Termin. In einer Mitteilung hat die Bauwerft Mitsubishi Heavy Industries angekündigt, eng mit AIDA Cruises zusammenzuarbeiten um einen neuen Übergabeplan für die Ablieferung eines erstklassigen Schiffes festzusetzen. Der neue Termin solle sobald eine finale Entscheidung getroffen wurde, mitgeteilt werden. Seitens AIDA wird man hier aber sicherlich soweit abwarten, bis man sich gänzlich sicher ist, dass der Termin diesmal gehalten werden kann. Aktuell werden Kreuzfahrten ab Ende April 2016 angeboten. Dies wird man daher wohl als spätesten sicheren Termin ansehen.

Wann startet die Jungfernkreuzfahrt?

Die Frage ist für den Moment offen. Als erste Kreuzfahrt kann derzeit eine 7-tägige Metropolenroute vom 30. April bis 5. Mai 2016 gebucht werden. Es ist aber unwahrscheinlich, dass dies auch die Jungfernkreuzfahrt wird. Würde dies doch bedeuten, dass das Schiff ohne Passagiere von Japan nach Deutschland reisen würde.

Wann und wo findet die Taufe der AIDAprima statt?

Einen Termin gibt es bisher noch nicht. AIDA hat allerdings bereits angekündigt, dass die AIDAprima in Hamburg getauft werden soll.

Warum gibt es Probleme beim Bau des Schiffes?

Hierzu gibt es wenig schlüssige Informationen. Laut AIDA Cruises gibt es keinen speziellen Grund, „sondern mehrere kleinere Verzögerungen“. Das Schiff sei aber in gutem Zustand – nur noch nicht ganz fertig. Es gab bereits in den Tagen vor der erneuten Verschiebung Spekulationen über Probleme mit dem Antrieb. Diese kamen auf nachdem die AIDAprima nicht wie geplant zu einer Testfahrt gestartet war und dann sogar den Weg zurück in das Dock antrat. Als Grund für die Absage wurde zwar auch eine Taifun-Warnung genannt, dass hätte die Testfahrt aber natürlich nur um Tage verschieben können.

Wie läuft der Bau des Schwesterschiffes?

Neben der AIDAprima wird auch ein Schwesterschiff gebaut. Der Bau ist zwar schon ein gutes Stück fortgeschritten, aus dem ursprünglich erwartetem Ablieferungstermin Frühjahr 2016 wird aber sicherlich nichts. Es erscheint fraglich, ob das Schiff überhaupt noch 2016 fertiggestellt werden kann. Vermutlich dürfte das Schiff 2017 erstmals in See stechen.

Welche „Fahrplanänderungen“ haben sich nun genau ergeben?

Grundsätzlich wurden erst einmal alle Kreuzfahrten der AIDAprima bis Ende April 2016 gestrichen. Dazu gehört der erste Teil der Jungfernfahrt von Japan nach Dubai, die Winterkreuzfahrten in Dubai und der zweite Teil der Jungfernkreuzfahrt von Dubai nach Hamburg. Kreuzfahrten ab Ende April 2016 bleiben bestehen.

Als Ersatz für die AIDAprima wird die AIDAstella die Dubai-Kreuzfahrten übernehmen. Um dies zu ermöglichen wurden die AIDAstella-Mittelmeerkreuzfahrten ab Ende Oktober gestrichen. Diese sollten ursprünglich von Palma de Mallorca aus starten.

Welche Kreuzfahrten wurden storniert bzw. umgebucht?

Seitens AIDA Cruises wurden bisher nur Kreuzfahrten storniert, für die man keinen „halbwegs“ passenden Ersatz hat. Dies betrifft die Jungfernkreuzfahrten. Buchungen der AIDAprima-Dubaikreuzfahrten wurden auf die AIDAstella umgebucht. Buchungen der AIDAstella Mittelmeerkreuzfahrten mussten durch die Fahrplanänderung ebenfalls umgebucht werden. Hier wurden es zum Beispiel Kanarenkreuzfahrten mit der AIDAblu und AIDAsol. Allerdings sind bisher nur zum Teil Kabinen zugewiesen worden. Darüberhinaus bietet AIDA Cruises auch die Umbuchung auf eine andere Kreuzfahrt bis in das Frühjahr 2017 an.

Das Reisedatum ist gleich oder zumindest ungefähr gleichgeblieben. Auch Reisepreise wurden zum Teil nach unten angepasst. Hier muss jeder individuell für sich prüfen, ob die Abfahrtszeiten so akzeptabel sind und ob Reisepreis und neue Kabine im Einklang stehen. Da nun eine Kabine zugewiesen wird, sollte es auch nur der Vario-Preis sein. Zudem wird es auf der AIDAprima gänzlich neue Kabinentypen geben, für die es keinen vergleichbaren Ersatz auf der AIDAstella gibt.

Welche Entschädigungen werden von AIDA Cruises angeboten?

Einige Kreuzfahrten der AIDAprima wurden komplett ohne Umbuchung storniert. In diesen Fällen entschädigt AIDA Cruises mit einem Preisnachlass auf die nächste Buchung. Für den ersten Abschnitt der Jungfernkreuzfahrt von Japan nach Dubai beträgt diese 50 Prozent. Bei Stornierungen des zweiten Abschnittes der Jungfernfahrt von Dubai nach Hamburg werden 25 Prozent Rabatt auf die nächste Buchung gewährt.

Für Umbuchungen von der AIDAstella auf Kanarenkreuzfahrten mit der AIDAblu oder AIDAsol sowie von AIDAprima auf die AIDAstella-Dubaikreuzfahrten gibt es hingegen nur 100 Euro Bordguthaben pro Kabine. Hier konnten einige Betroffene allerdings auch schon 200 Euro „herausschlagen“.

Eine andere Frage ist, wie AIDA mit verschiedenen Auslagen umgeht. Einige haben schon Flüge und Hotels für die Anreise in Eigenregie gebucht. Andere bereits angefallene Kosten können Flughafenparkplatz, Reiseliteratur zu den Zielländern und ein Visum sein. Hier müssen die Auslagen natürlich selbstständig gegenüber AIDA geltend gemacht werden. Dort scheint man dies im Einzelfall bei Vorlage entsprechender Nachweise zu entscheiden. Im Zweifel ist sicherlich eine Rechtsberatung anzuraten. Insbesondere da es sich durchaus um mehrere tausend Euro handeln kann.

Leider weist AIDA in seinem Schreiben nicht daraufhin, dass die Kreuzfahrt auch komplett storniert werden kann. Einem solchem Wunsch dürfte man sich aber wohl kaum in den Weg stellen (können).

Besteht Anspruch auf Schadensersatz wegen „entgangener Urlaubsfreude“?

Einige Punkte scheinen dafür zu sprechen, andere hinterlassen ein Fragezeichen bei uns. Könnte sich AIDA zum Beispiel auf höhere Gewalt berufen? Auch sind zahlreiche Kreuzfahrten nicht ausgefallen, sondern wurden „nur“ umgebucht. Diese Frage kann letztlich nur ein Rechtsanwalt beantworten und wir können und dürfen hier natürlich keine Rechtsberatung betreiben. Ebenso muss sich natürlich jeder selber die Frage stellen, ob man sich nicht darauf konzentrieren möchte in einer einvernehmlichen Lösung einen neuen Kreuzfahrturlaub zu finden.

Abschließend

Sowohl für AIDA Cruises als auch die Passagiere der nun entfallenden Kreuzfahrten sicherlich eine äußerst missliche und ärgerliche Situation. Hier kann nun nur gelten für beide Seiten eine entsprechende zufriedenstellende Lösung zu finden. Bei aller Verärgerung sollte man den „armen“ Mitarbeitern in der Kundenbetreuung freundlich gegenübertreten und versuchen eine einvernehmliche Lösung zu finden. Die Mitarbeiter an der Hotline werden in den letzten Tage sicherlich von unzufriedenen Kunden „bombardiert“. Trotzdem muss und sollte man dabei natürlich seine berechtigten Forderungen nicht aus den Augen verlieren.

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