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AIDAprima Hamburg

AIDA bestätigt: AIDAprima verspätet sich – AIDAstella übernimmt Orient-Saison

Was sich bereits angedeutet hat, ist nun Gewissheit. AIDA Cruises bestätigt in einer Pressemitteilung, dass sich die AIDAprima weiter verspäten wird. Daher werden für die Wintersaison 2015\2016 Fahrplanänderungen vorgenommen.

Für die AIDAprima wurden die geplanten Reisen ab Oktober 2015 gestrichen. Dies betrifft die Jungfernfahrt 1 von Yokohama nach Dubai, die Orientreisen sowie die Jungfernfahrt 2 von Dubai nach Hamburg. AIDA gibt als Grund an, von der Bauwerft Mitsubishi Heavy Industries informiert worden zu sein, dass der Zeitplan zur Fertigstellung der AIDAprima nicht gehalten werden kann.

Stattfinden sollen weiterhin die Metropolenreisen der AIDAprima. Zu diesen wird das Schiff ab April 2016 von Hamburg aus aufbrechen. Auch die Taufe soll in Hamburg stattfinden. Unklar bleibt damit zunächst wann die AIDAprima fertiggestellt wird. Fahrten von Japan nach Hamburg werden zunächst nicht angeboten. Man ist wohl vorsichtig geworden.

Die Jungfernkreuzfahrt der AIDAprima sollte einst am 20. März 2015 stattfinden. Sie wurde bereits wegen Problemen beim Bau auf den 1. Oktober 2015 verschoben. Auch wenn nun Kreuzfahrten ab April 2016 angeboten werden. Die AIDAprima wird wohl nicht ohne Passagiere von Japan nach Hamburg reisen. Der genaue Termine der Jungfernkreuzfahrt bleibt also abzuwarten.

Diesmal bleibt es allerdings nicht bei einer Verschiebung der AIDAprima-Kreuzfahrten. Die AIDAstella wird nicht wie bisher geplant im westlichem Mittelmeer kreuzen, sondern vom November 2015 bis März 2016 die Orientreisen der AIDAprima übernehmen. Damit ergeben sich auch für die hier gebuchten Passagiere einschneidende Veränderungen.

Michael Ungerer (President AIDA Cruises) kommentierte die erneute Verschiebung:

Wir bedauern sehr, dass wir unseren Gästen den erhofften Urlaub nicht wie geplant bieten können. Alle betroffenen Gäste werden selbstverständlich zu Alternativen und großzügigen Kompensationen informiert. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir ein erstklassiges Schiff erhalten werden, das neue Maßstäbe setzt und unsere Gäste mit seinen Produktinnovationen, einer Top-Qualität und noch mehr Serviceangeboten begeistern wird.

Einschätzung

In jedem Fall hätte man sich viel Unmut erspart, wenn man diese Nachricht bereits gestern rausgegeben hätte. Stattdessen lässt man das Social Media-Team auf Facebook Wartungsarbeiten vorschieben. Wer wird als Kunde mit Blick auf die „schönste Zeit des Jahres“ gerne so hingehalten?

Wenn auch nicht finanziell, so entwickelt sich der Auftrag an die japanische Werft natürlich zu einem Desaster. Finanziell dürfte AIDA hier durch entsprechende Vertragsstrafen reichlich entschädigt werden. Der japanische Konzern wiederum hat tiefe Taschen und kann sich dieses Problem ohne eine finanzielle Schieflage leisten. Immerhin sollte es AIDA dadurch leichtfallen für bisherige Buchungen großzügig zu entschädigen. Ob diese großzügig genug werden, bleibt allerdings abzuwarten. Erste Kunden berichten bereits, heute von AIDA Post bekommen zu haben. In jedem Fall dürfte den Kunden aber auch ein Recht zur Stornierung zustehen.

Update 12:10 Uhr: Zwischenzeitlich konnten wir einen ersten Blick auf AIDA-Umbuchungsbriefe an die Passagiere werfen. So werden bei Umbuchung von Orientreisen von AIDAprima auf AIDAstella 100 Euro Bordguthaben pro Kabine für die Unannehmlichkeiten angeboten. Zudem kann man bis zum 4. September auch auf eine andere AIDA-Kreuzfahrt umbuchen und erhält auch hier die 100 Euro Bordguthaben. 100 Euro Pro Kabine statt pro Passagier ist nun nicht absonderlich großzügig. Man verliert zudem kein Wort über eine mögliche Stornierung. Auch auf weitere Entschädigungsmöglichkeiten zum Beispiel bei bereits gebuchter individueller Anreise und notwendigen Hotelübernachtungen wird nicht eingegangen.

Es wäre verwunderlich, wenn AIDA Stornierungen nicht einfach akzeptieren würde. Auch bei individuellen Anreisen gibt es erste Stimmen über angebotene Entschädigungen. Hier sollte man sich mit seinem Reisebüro oder ggf. direkt mit AIDA in Verbindung setzen. Die Qualität der Kommunikation seitens AIDA lässt hier aber sehr zu Wünschen übrig.

Update 15:30 Uhr: Zu den genauen Gründen der erneuten Absage gibt es seitens AIDA keine genaue Aussage. Es gäbe keinen speziellen Grund, „sondern mehrere kleinere Verzögerungen“. Das Schiff sei aber in gutem Zustand – nur noch nicht ganz fertig.

Genaue Zahlen zu den betroffenen Gästen nennt man nicht, die Jungfernfahrt der AIDAprima sei aber bereits sehr gut gebucht gewesen. Da sich der betroffene Zeitraum von Oktober 2015 bis April 2016 erstreckt und an Bord 3.300 Passagiere Platz finden, dürfte es eine relativ hohe Anzahl betroffener Passagiere sein. Telefonisch ist AIDA heute wohl aus gutem Grund schwierig zu erreichen.

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2 Kommentare

  1. Großzügig kann man das wirklich nicht nennen: Gerade mal 50 € pro Person – für die Differenz eines funkelnagelneuen Premium-Schiffes zu einem „normalen“ reichlich wenig!

  2. Marianne Maring

    Mit Aida Stella haben wir Probleme, Kreuzfahrt sollte am 14.12.2015 für uns 4 Personen ab Mallorca losgehen.
    Wir haben Flüge gebucht, 14.12. hin, 19.12. zurück.
    Nachricht von AIDA ….das Schiff fährt bereits am 12.12.15 los, sollte eigentlich vorher 2 Tage in die Werft.
    Kurz vor Stornierung schreibt AIRBERLIN, die Flüge verschieben sich um 7 Stunden. Wir bekommen die Flüge voll erstattet.
    Jetzt buchen wir erneut, Flüge teurer, Nachricht von Aida, Kreuzfahrt fällt ganz aus.
    Angeboten wird uns zu gleichen Terminen Kreuzfahrt ab Gran Canaria, wer erstattet uns die zweite abuchung?
    Erneute Flüge nach Gran Canaria kosten beinah 1000 Euro für 4 Personen.
    Bin gespannt, ob uns AIDA Entschädigung zahlt, sonst kommt der Rechtsanwalt ins Spiel.