AIDA oder Mein Schiff
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(M)ein Schiff auf gutem Weg?

Tui Cruises - Mein Schiff - Außendesign Front
Bewertung erstellt von: mastertravel
Reederei: TUI Cruises | Schiff: Mein Schiff 1
Reisezeitraum: vom 30.10.2009 bis 20.11.2009

Die 13 Jahre alte Dame kommt dank der Renovierung und dem gelungenen Umbau in gutem Zustand daher. Kaum an Bord fühlt man sich schon wohl. Dazu tragen modernes Design und dezente Farbgebungen bei. Das Theater und der Konferenzsaal in braun und Messing versprühen noch den amerikanischen Charme der alten Galaxy. Die neue TUI Bar, der Stolz der TUI Designer, wirkt dagegen kalt und abweisend. Die Außenbereiche auf Mein Schiff sind großzügig und vielfältig, so dass jeder seinen Lieblingsplatz finden kann. Wenn das Wetter schön und warm ist und das war es in den drei Wochen, gibt es besonders an Seetagen ein typisch deutsches Problem: keine freien Liegestühle! Schon im Morgengrauen werden von intoleranten Gästen gleich mehrere Liegen in der Sonne und im Schatten reserviert. Zum Glück gibt es einige bequeme grüne Hängematten, die nicht ganz so beliebt und oft noch frei sind, wenn sie nicht von Gästen abgehängt werden um so mehr Platz für sich und ihre Liegen zu haben! Vielleicht findet TUI noch einen Weg diese Unsitten in den Griff zu bekommen. Besonders zu erwähnen, da rundherum gelungen: der SPA Bereich. Über das Preis- Leistungsverhältnis mag man streiten, das Angebot ist einfach super! Wir haben Hamam und die balinesische Massage getestet: super ! Die oft beschriebene große finnische Sauna mit freier Panoramasicht auf das Meer sucht wirklich seinesgleichen. In kalten Seengebieten ist es hier sicher rappelvoll. Leider ist einer der schönsten Bereiche des Schiffes ein Raucherbereich: der Heckbereich der Tapas Y Mas Bar, schade um die schöne Aussicht z.B. zum Frühstück. Sicherheit: Auf noch keinem Schiff haben wir soviel Sicherheitstraining erlebt wie hier. Mehrmals in den drei Wochen fanden Übungen (Drills) statt. Einschließlich herablassen von Rettungsbooten, Überholung der Aufhängungen und Test der Feuerschutztüren. Technik: Einige Tage funktionierte eine Datenverbindung von der Brücke zu den Bug- und Heckstrahlrudern nicht richtig, so dass ein Spezialist eingeflogen werden musste. Kapitän Kjell Holm und seine Mannschaft hatten das Problem jedoch im Griff und legten eben nach alter Sitte mit Schlepperhilfe an und ab. Dauerte zwar alles länger aber wo bekommt man das Schauspiel heute noch geboten? Dann ein zweites Fiasko in Santo Domingo; der Hafen war nicht so tief wie versprochen und es gerieten Dreck und Taureste in die Strahlruder. Wir stoppten auf See und Taucher reinigten die Antriebe. Ein Lichtblick dann doch: nachdem der Kapitän uns schon darauf vorbereitet hatte auf Grenada verzichten zu müssen, schaffte er es doch uns einen halben Tag auf Grenada zu ermöglichen. Das hat ordentlich Nerven und Treibstoff gekostet 😉 Danke, es wäre sehr schade gewesen diese schöne Insel nicht gesehen zu haben!

Kabine 60%

Wir bewohnten die Außenkabine 4072 mittschiffs und wie die Nummer sagt auf Deck 4. Auf 17qm ausreichend Platz auch in den Schränken und Ablagen. Großes und bequemes Doppelbett direkt unter dem Fenster. Die Klimaanlage rauscht etwas, aber nicht störend. LCD Fernseher und Nesspresso Kaffeemaschine gehören zum Standard. Wir haben uns in der Kabine sehr wohl gefühlt, ruhig und gut geschlafen. So gut, dass wir das Angebot zum Upgrade auf eine Verandakabine nicht angenommen haben. Die große Nasszelle ist praktisch eingerichtet, die halbe Duschtrennwand reicht nicht ganz und so hat man nach dem Duschen einen teils nassen Boden. Ein Handtuch hilft.

Gastronomie 90%

Das Buffetrestaurant Ankelmannsplatz, zentral gelegen, ist für den eiligen Gast und erinnert nicht zufällig an eine Großkantine. Stets mit etwas zu kalt eingestellter Klimaanlage (da bleibt keiner zulange) wird auch hier bestes Essen in erstaunlicher Vielfalt geboten. Highlight hier die Theke mit asiatischen Wokgerichten und nachmittags die Eisbar. Mit Sahne selbstverständlich! Wer Sport treibt kann sich so eine Sünde gönnen. Im Bedienrestaurant Atlantik gibt es mittags und abends das Wohlfühlambiente, das dem Ankelmannsplatz leider fehlt. Um 19:30 ist Hochbetrieb und es kann mal etwas länger dauern. Die Auswahl und Vielfalt der Speisen ist kaum zu überbieten und die Qualität der 4 Gänge Menüs ist wirklich hoher Standard. Einmal die Woche abends das Käsebuffet; wer Käse liebt ist hier im Schlaraffenland angekommen. Getränke sind im Preis enthalten, allerdings wird der Bierkonsum durch 0,2 Gläser geschickt gebremst und der weiße/rote Tischwein fällt gegenüber der Speisen- Qualität stark ab. Man kann Wein von der Weinkarte wählen; gepflegtes Angebot hat seinen Preis: 0,2 Glas guter Chianti 7,80 Euro, Flasche ca. 28 Euro. Pasta- Ecke auf dem Weg Richtung zur Tapas Y Mas Bar. Leckere Pasta mit Wunschzutaten direkt frisch zubereitet. Fast ein Geheimtip. Richards, ein Aufpreisrestaurant mit 6 Gänge Menü – sternverdächtige Gastronomie mit perfektem Service – hier wurde uns ein spannendes Krimidinner geboten. Ist seinen Preis wert. Das Surf und Turf Steakhaus -aufpreispflichtig- haben wir nicht besucht; es wurde von anderen Gästen gelobt. Fazit: überragende Gastronomie auf Mein Schiff, das müssen andere Schiffe erst mal bieten. Hervorzuheben: das erstaunlich breitgefächerte Angebot in ausgesuchter Qualität!

Service 50%

Vom Zimmermädchen bis zu den Offizieren durchweg freundlich und zuvorkommend. Unsere Kabine wurde von Trio betreut; stets sauber und aufgeräumt mit manchmal überraschenden Sachen, wie Handtücher zu Schwänen gefaltet usw. Sehr gut, danke Trio, Gruß nach Bali. Das Bedienpersonal im Atlantik war im Ausbildungsstandard noch sehr unterschiedlich, hier merkt man, dass Mein Schiff neu auf dem Markt ist. Im diesem Servicebereich besteht noch Nachholbedarf. Die Sprachausbildung läuft noch, Trio konnte jeden Tag etwas mehr deutsch; die Trainerin ist noch drei Monate an Board. English beherrschen fast alle; somit ist die Verständigung mit der internationalen Crew kein Problem. Sehr gut: Internet per WLAN in der Netbar und TUI Bar , 5 Minuten für 2,50 Euro. Gut: kostenlose Wasserspender auf den Fluren. Auch gut: die Einkaufsmeile mit Kleidung, Schmuck und alles was man so braucht.

Landausflüge 40%

Wir haben zwei Strandtransfers und den Katamaranausflug auf Antigua gebucht. Die weiteren Ausflüge wurden selbst organisiert. Mit anderen Gästen zusammen haben wir meist einen Taxiausflug über die Insel gemacht mit anschließend ausgiebigem Badestop (meist ca. 20 Dollar/Person bei 6 Personen). Die Taxifahrer sprechen durchweg englisch, nur auf Martinique kann französisch hilfreich sein. Von den gebuchten Landausflügen war der Strandtransfer auf Barbados gut, die anderen leider schlecht. Der zweite Strand auf Antigua war nicht sauber und überfüllt und der Katamaranausflug war gut wenn man „Halli-Galli“ mag. Der Schnorcheltausflug war eine Zumutung, die Korallenbank war tot und nur ein paar wenige bunte Fische zu sehen. Schildkröten Fehlanzeige. So mancher hat sich den Ausflug mit reichlich Rumpunsch „schöngetrunken“.
Thema Lektoren: auf vielen Schiffen bereiten Lektoren die Gäste in Vorträgen auf die Ziele vor. Manchmal gibt es sogar abends eine Nachbereitung mit Filmen und/oder Bildern. Auf Mein Schiff war die eine Dame leider ein Totalausfall, sehr schade.
Liebe TUI Leute, Ihr könnt das viel besser! Schaut mal bei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten vorbei, die Lektoren machen das fast perfekt.

Unterhaltung & Sport 40%

Großes Sportangebot z.B. Wassergymnastik, Volleyball, Tischtennis, Shuffleboard, Laufstrecke und ein gut ausgestattetes Fittnescenter. Die junge Fitnesscrew ist fantastisch und leistet besonders an Seetagen ein Mammutprogramm. Da die Spinning Kursliste immer schnell voll war, meist schon15 Minuten nach 7 Uhr! wurden extra Spinning Termine eingeschoben, zeitweise drei am Tag. Gute Leistung. Danke an Andy, Jens und Volker. Schade nur dass der Fittnesbereich zu klein ist. Bezogen auf die Nachfrage mindestens mal 2. Einfach oben den Raum vom Gosch Restaurant dazu nehmen, da war sowieso nie jemand. Kommt das bei TUi an? Hoffentlich! Zu den Shows nur kurz und deshalb auch die geringe Wertung: liebe TUI Leute, aud das könnt Ihr besser! Der Nosferatu Film im Konferenzsaal mit live Klavieruntermalung war eine positive Ausnahme, nur warum so spät und so kalt im Raum?

Gesamt 70%

Man merkt bei den meisten der Crew die Aufbruchstimmung und die Identifikation mit dem Wohlfühlkonzept auf „Mein Schiff“an. Das überträgt sich auf die Gäste. In manchen Bereichen wie Atlantik Restaurant Service, Fitness, Unterhaltung, Lektoren und Ausflüge ist das Management von mein Schiff noch in der Lernkurve. Doch man merkt als Gast überall Verbesserungen und wie dankbar Anregungen aber auch Kritik angenommen werden und wie schnell Kritik z.B. beim Spinnig umgesetzt wird. Ein Wort noch zu Kapitän Kjell Holm. Seine humorvolle und offene Art hat uns gefallen. Besonders die 9 Uhr Nachrichten von der Brücke beim Frühstück. Und seine Ruhe bei doch so einigen technischen Problemen und zuwenig Hafentiefe in Santo Domingo. Wer diese Zeilen liest überlegt oder plant eine Schiffsreise mit „Mein Schiff“. Unser Tip: lassen Sie sich auf „Mein Schiff“ ein und genießen Sie dieses außergewöhnliche Schiff und seine Atmosphäre. Es wird immer besser.Kleiner Tip zum Gepäck: Beschränken Sie sich auf 20 kg, Condor berechnet Übergepäck ohne Gnade. 8 Euro/kg auf dem Weg nach Mallorca, von Santo Domingo zurück 25 Euro/kg. Das tut der Urlaubskasse weh.

Bewertung der Mein Schiff 1

Kabine - 60%
Gastronomie - 90%
Service - 50%
Landausflüge - 40%
Unterhaltung - 40%

70%

Gesamt

Weiterempfehlung: Ja.

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